Ausfallrechner
Schadens-Schätzung bei Ausfall einzelner oder mehrerer Systeme — Stundenkosten × angenommene Dauer.
Wozu der Ausfallrechner gut ist
Wenn beim Verkaufsgespräch oder im Audit gefragt wird „Was kostet es eigentlich, wenn das ERP einen Tag steht?", möchten Sie keine Bauchschätzung abgeben. Der Ausfallrechner zieht die in jedem System gepflegten „Ausfallkosten pro Stunde" zusammen und multipliziert sie mit einer angenommenen Ausfalldauer — als belastbare Grundlage für Investitions-Entscheidungen, Risiko-Bewertungen und Versicherungs-Gespräche.
Erreichbar über die Sidebar „Notfallhandbuch → Ausfallrechner".
So benutzen Sie ihn
- Systeme auswählen: Auf der linken Seite hakt der Bediener die Systeme an, die in dem durchgespielten Szenario ausfallen. Die Stundenkosten je System stehen direkt daneben (z. B. „2.000 €/h").
- Filter setzen (optional): Standardmäßig zeigt die Liste nur Systeme, an denen ein Stundenkosten-Wert hinterlegt ist. Über die Checkbox „Nur Systeme mit hinterlegten Stundenkosten anzeigen" lässt sich die Liste auch auf alle Systeme erweitern — z. B. um zu erkennen, wo noch Kostenwerte fehlen.
- Ausfalldauer eingeben: Stundenwert direkt eintippen oder einen der Schnellauswahl-Buttons drücken (1 h, 4 h, 8 h Arbeitstag, 24 h, 72 h, 168 h Woche). Bruchteile sind erlaubt — z. B. 0,5 für 30 Minuten.
- Ergebnis ablesen: Rechts oben erscheint der geschätzte Gesamtschaden (Stundenrate × Dauer), darunter die Aufschlüsselung pro System.
Schnell-Aktionen
- „Alle mit Kosten": Markiert alle Systeme im Mandanten, an denen ein Stundenwert > 0 hinterlegt ist — gut für „Was wäre, wenn ALLES gleichzeitig steht?"-Szenarien.
- „Alle sichtbaren": Wählt nur die in der aktuellen Filter-Ansicht sichtbaren Systeme aus.
- „Auswahl löschen": Setzt die Auswahl zurück.
Was die Berechnung nicht abbildet
Es ist eine grobe Schätzung, kein Versicherungs-Gutachten. Folgende Faktoren bleiben bewusst außen vor und sind im Einzelfall manuell zu ergänzen:
- Tageszeit / Wochentag: Ein Webshop-Ausfall am Black-Friday-Samstag ist deutlich teurer als ein Sonntag-Vormittag.
- Saisonalität: Hotellerie, Steuerberatung (Jahresabschluss-Saison), Einzelhandel (Q4) haben starke Schwankungen.
- Vertragsstrafen / SLA-Pönalen gegenüber Kunden.
- Folgekosten: Ruf-Schaden, Mehrarbeit zum Aufholen, Überstunden, Sonderschichten.
- Behörden- oder Meldekosten bei DSGVO- oder NIS2-Vorfällen.
Die Stundenkosten je System sollten daher als gewichteter Durchschnittswert über das Jahr gepflegt werden.
Wo die Stundenkosten gepflegt werden
Pro System unter „Notfallhandbuch → Systeme → System öffnen → Bearbeiten" im Feld „Ausfallkosten pro Stunde". Wert in Euro, ohne Komma. NULL oder 0 bedeutet: das System bleibt in der Rechnung mit 0 € drin (z. B. Brandmeldeanlage, Alarmanlage — diese verursachen keinen direkten Umsatzverlust, sind aber für andere Zwecke kritisch).
Tipp: Ein realistischer Wert lässt sich aus dem Tagesumsatz des Unternehmens herleiten. Beispiel: 1 Mio. € Jahresumsatz ≈ 4.000 € pro Werktag ≈ 500 €/h. Der Wert wird dann pro System gewichtet, je nachdem wie zentral es für den Umsatz ist (Webshop 100 %, Telefonanlage vielleicht 30 %).
Wozu das in der Praxis nützt
- Investitions-Entscheidung: „Lohnt sich ein zweiter Internet-Anschluss für 80 €/Monat?" Wenn der einzelne Ausfalltag 5.000 € kostet und alle 3 Jahre einer auftritt, lautet die Antwort meist: ja.
- Versicherungs-Gespräch: Vermittler fragen oft nach der „maximal möglichen Schadenshöhe" für die Cyberversicherung. Der Ausfallrechner liefert die Antwort sauber dokumentiert.
- Audit / Wirtschaftsprüfer: Zeigt, dass die Geschäftsführung sich mit Schadenshöhen auseinandergesetzt hat — ein Pflicht-Element bei BSI 200-4 BIA und ISO 22301.
- Übung im Krisenstab: Mit dem Rechner lässt sich live ausrechnen, wie hoch der Druck steigt, je länger ein Wiederanlauf dauert.
Wer was sehen darf
Der Ausfallrechner ist für alle Team-Mitglieder zugänglich. Es werden keine Werte gespeichert — die Auswahl ist eine reine Live-Berechnung in der aktuellen Sitzung.