Systeme
IT- und Geschäfts-Systeme: erfassen, klassifizieren, RTO/RPO, Eigentümer.
Was ein „System" ist
In dieser Plattform ist ein System alles, von dem Ihr Geschäftsbetrieb abhängt. Das umfasst klassische IT (E-Mail, Server, Internet) genauso wie Geschäfts-Anwendungen (Warenwirtschaft, Buchhaltung, Kassensystem) und in manchen Branchen auch physische Systeme (Heizungssteuerung, Kühlkette, Maschinen).
Erreichbar über die Sidebar „Notfallhandbuch → Systeme".
Ein System anlegen
Knopf „Neues System". Pflichtangaben:
- Name — kurz und eindeutig, z. B. „Warenwirtschaft" oder „Büro-Server".
- Kategorie — Geschäftsbetrieb, Technische Infrastruktur, Unterstützend.
- Notfall-Level — siehe das Kapitel „Notfall-Level". Pflicht für Onboarding.
Empfohlen:
- Systemtyp — Anwendung, Kommunikation, Server oder Infrastruktur. Optional, hilft bei der technischen Einordnung im Notfall.
- Beschreibung — was macht das System konkret?
- Notfall-Workaround (
fallback_process) — Kurznotiz: was tun, wenn das System ausfällt? z. B. „Warenausgabe handschriftlich auf Lieferschein, später nachbuchen". Für ausführlichere, systemübergreifende Ersatzprozesse mit Auslöser, max. Dauer und Übergabe siehe Notfallbetrieb. - Runbook-Verweis — Link oder Hinweis auf die technische Wiederanlauf-Anleitung.
- RTO (Recovery Time Objective) — wie lange darf der Ausfall maximal dauern?
- RPO (Recovery Point Objective) — wie alt darf das Backup höchstens sein, das wir nutzen?
- Ausfallkosten pro Stunde — geschätzter Umsatz-/Produktivitätsverlust. Hilft bei Priorisierung.
Eigentümer und Operator
Pro System ordnen Sie zwei Rollen-Typen zu:
- Eigentümer (Owner) — fachlich verantwortlich, trifft Entscheidungen über das System.
- Operator — technisch verantwortlich, führt Wartung und Wiederanlauf durch.
Beide Rollen können Personen oder Rollen sein — Personen sind eindeutiger, Rollen sind flexibler. Pro Slot Hauptperson und beliebig viele Stellvertretungen.
Dienstleister verknüpfen
Im Tab „Dienstleister" ordnen Sie externen Dienstleistern eine Eigentumsrolle zu (Betreiber, Backup, Support). Pro System mehrere Dienstleister möglich, jeder mit eigener Rolle.
Abhängigkeiten
Im Tab „Abhängigkeiten" legen Sie fest, von welchen anderen Systemen dieses System abhängt — z. B. Warenwirtschaft hängt von Server + Internet. Diese Verknüpfungen werden im Recovery-Gantt automatisch zur Wiederanlauf-Reihenfolge.
System-Aufgaben
Im Tab „Aufgaben" erfassen Sie wiederkehrende Pflege- und Wartungsaufgaben — z. B. „Backup-Restore-Test halbjährlich", „Sicherheits-Updates monatlich". Pro Aufgabe RACI-Zuordnung und Fälligkeitsdatum. Diese Aufgaben tauchen zentral in der Aufgaben-Inbox auf.
Klassifizierung
Jedes System bekommt einen Notfall-Level (kritisch, hoch, mittel, niedrig). Die Liste ist filterbar nach Notfall-Level — so sehen Sie auf einen Blick, welche Systeme im Ernstfall die höchste Aufmerksamkeit brauchen.
Mindestens drei klassifiziert
Die Onboarding-Prüfung verlangt mindestens drei Systeme mit Notfall-Level. Dass ein System ohne Klassifizierung erfasst ist, hilft niemandem — die Frage „wie wichtig?" muss vorher geklärt sein.
Monitoring-Mapping
Im Bereich „Monitoring-Hostnamen" pflegen Sie Hostnamen oder Labels, unter denen das System in Zabbix oder Prometheus auftaucht. Wenn ein Alarm reinkommt, wird er automatisch dem richtigen System zugeordnet.
QR-Code-Aushang
Über das Kontextmenü auf der System-Liste oder den Knopf auf der Detail-Seite erzeugen Sie einen gedruckten Notfall-Aushang mit QR-Code. Der QR-Code führt im Ernstfall direkt zur System-Detailseite — perfekt fürs Schwarze Brett am Server-Schrank.
Wer was sehen darf
Systeme sind für alle Team-Mitglieder lesbar. Bearbeiten dürfen sie Admin und Owner.
Tipp: Übertreiben Sie nicht. Eine kleine Firma hat 10–15 Systeme, ein größerer Mittelständler vielleicht 30. Ein Beleuchtungs-Schalter ist kein „System".